Der Teilfachbereich Philosophie und Ästhetik ist an der Hochschule durch drei Professuren und drei akademische Mitarbeiter vertreten. Ab dem Wintersemester 2012/13 wird Philosophie und Ästhetik an der HfG auch als Hauptfach studierbar sein und zum Abschluss Magister der Kunst- und Medienphilosophie führen. Interessierte Bewerber melden sich für den Studiengang Kunstwissenschaft und Medienphilosophie (bisher: Kunstwissenschaft und Medientheorie) an, innerhalb dessen auch die Abschlussmöglichkeit Magister der Kunstwissenschaft besteht. Bis zum Vordiplom entscheiden sich die Studierenden des Theoriestudiengangs für Philosophie oder Kunstwissenschaft als Hauptfach, das jeweils andere Fach bildet das theoretische Nebenfach. Kulturtheoretische Veranstaltungen an der HfG und an der Universität Karlsruhe | KIT ergänzen das Lehrangebot

 

Die besondere Ausrichtung der Philosophie und Ästhetik an der HfG liegt in der Förderung des kreativen Denkens sowie der Ausbildung philosophischer Reflexionsfähigkeit und Sensibilität für aktuelle Prozesse in Gesellschaft, Kultur, Kunst und Medien. Die Studierenden lernen die philosophischen Positionen mit kunst- und kulturtheoretischer Relevanz in ihrer ganzen historischen Breite kennen, wobei ein deutlicher Schwerpunkt auf der Ästhetik und Medientheorie der Moderne und der Gegenwart liegt.

 

Neben dieser inhaltlichen Fokussierung des Philosophiestudiums auf Kunst und Medien macht sich die Nähe zu Kunst in einer weiteren Hinsicht bemerkbar. Seit es die Philosophie gibt, lebt sie in und von einer gewissen Spannung: Zum einen erhebt sie einen wissenschaftlichen Anspruch auf Wahrheit, die unpersönlich und allgemein gültig sein soll. Zum anderen ist der philosophische Diskurs von Anfang an ein persönlich verankerter Diskurs, der an den Namen seines Autors gebunden ist, wie das Kunstwerk an den Namen des Künstlers. Konstitutiv für die Philosophie ist also eine gewisse Balance zwischen dem persönlich-künstlerischen Anspruch einerseits und dem unpersönlich-wissenschaftlichem Anspruch auf allgemeingültige Wahrheit andererseits – eine Balance, welche die eigentümliche Ambivalenz des Status der Philosophie ausmacht, Kunst und Wissenschaft zugleich zu sein.

 

Die Ansiedelung der Philosophie an einer Kunsthochschule wie der HfG Karlsruhe bietet die Chance, ihren künstlerischen Anspruch institutionell zu verankern und entsprechend zu fördern. Der akademische Kunstraum bietet einen Rahmen, innerhalb dessen man die Möglichkeit ergreifen kann, einen sehr individualisierten und personalisierten philosophischen Diskurs zu führen - und Philosophie als Kunstform sowohl zu erforschen als auch zu praktizieren. Diese Fähigkeiten, die für Künstler, Designer und Theoretiker gleichermaßen von Belang sind, werden im Fachbereich Philosophie und Ästhetik eingeübt, wobei der wissenschaftliche Anspruch auf Allgemeingültigkeit und Rationalität den Unterschied zur reinen Kunst markiert.

 

Der Abschluss Magister der Kunst- und Medienphilosophie befähigt die Absolventen, sich sowohl im akademischen Feld als auch in kulturpraktischen Bereichen wie Journalismus, Kulturmanagement, Verlagen, Kunstmarkt oder Medienunternehmen kreativ zu engagieren.